unmögliches Schachbrett
Gesellschaft für Philosophische Kultur e.V.

Linie


Philosophischer Salon


Regelmäßig stattfindende Vorträge im Landesarchiv NRW Abteilung OWL, Podiumsdiskussionen oder Veranstaltungen unter Mitwirkung von Musikern und Künstlern an wechselnden Orten stellen philosophische Themen zur Diskussion.


Moderation:
Barbara Brüggenthies-Tewilt und Dr. Bettina Joergens



Eule


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Nachbesprechung des Vortrags "Mein Körper und Ich: Wie das Gehirn ein Bild unseres Selbst erzeugt"

Im Rahmen des Philosophischen Gesprächsabends gab es am 4. Oktober eine Nachbesprechung des Vortrags von Prof. Manns. Hier können Sie die Literaturliste von Prof. Manns für ihren Vortrag herunterladen.





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Mein Körper und Ich: Wie das Gehirn ein Bild unseres Selbst erzeugt

Vortrag von Prof. Dr. Martina Manns

Biopsychologin an der Ruhr-Universität Bochum


Wer oder was bin Ich - Was ist das Selbst? Diese Fragen zielen auf den Kern menschlichen Selbstverständnisses und seit dem Altertum suchen Denker und Forscher nach Antworten. Aus Sicht der modernen Kognitiven Neurowissenschaften ist es das Gehirn, welches unser Selbst erzeugt. Ausgangspunkt ist dabei die Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner Grenzen. Unsere Alltagerfahrung lässt uns glauben, dass diese Wahrnehmung einheitlich, konstant und zweifelsfrei ist. Verblüffende Experimente und bizarre Bewusstseinsstörungen zeigen aber sehr eindrücklich, dass dies nicht stimmt. Frau Prof. Manns möchte uns in ihrem Vortrag anhand einer Reihe von Beispielen zeigen, wie sich das Bild vom Selbst aus vielfältigen neuronalen Teilprozessen zusammensetzt, die unterschiedliche Aspekte der Selbstwahrnehmung verarbeiten. Der portugiesische Dichter Fernando Pessoa beschreibt dies so „Meine Seele ist ein verborgenes Orchester; ich weiß nicht, welche Instrumente, Geigen und Harfen, Pauken und Trommeln es in mir spielen und dröhnen lässt. Ich kenne mich nur als Symphonie".


Donnerstag, 15. September 2016, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Der Sound der Raumzeit - Stehen wir am Anfang einer neuen Astronomie?

Vortrag von Dr. Benjamin Knispel

Wissenschaftler am Institut für Gravitationsphysik der Universität Hannover


Vor 100 Jahren folgerte Einstein aus seiner Allgemeinen Relativitätstheorie die Existenz von Gravitationswellen - Kräuselungen der Raumzeit, die mit Lichtgeschwindigkeit das Universum durchlaufen. Seit etwa fünf Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler u.a. der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Hannover an deren Nachweis. Im Februar 2016 wurde bekannt gegeben, dass in den USA die Gravitationswellen zweier verschmelzender Schwarzer Löcher eingefangen worden sind – eine wissenschaftliche Sensation. Damit ist nicht nur erneut die Allgemeine Relativitätstheorie bestätigt worden, sondern es scheint erstmalig auch eine direkte Beobachtung Schwarzer Löcher möglich.


Donnerstag, 2. Juni 2016, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Der (selbst-)optimierte Mensch

Vortrag von Dr. Manuela Lenzen


Der Mensch war noch nie mit sich zufrieden. So weit die Zeugnisse der Geschichte zurückreichen, hat er sich gekleidet, geschmückt, bemalt, gepierct. Doch noch nie waren die Möglichkeiten und der Druck, sich selbst zu verbessern, so groß wie heute. Schwarzer Kaffee und Fitness-Studio sind längst nicht mehr genug. Heute schlucken Gesunde Antidepressiva oder Ritalin, um leistungsfähiger und besser drauf zu sein. Hirnstimulatoren sollen uns schneller denken lassen, künstliche Gliedmaßen die Leistungsfähigkeit unserer Körper erhöhen. Die Optimierung der genetischen Ausstattung unserer Kinder scheint nicht mehr ausgeschlossen. Forscher suchen fieberhaft nach neuen Möglichkeiten, das Leben zu verlängern und das Altern aufzuhalten. Doch macht uns das glücklicher? Müssen wir alles tun, was technisch möglich ist? Wie können wir entscheiden, welche dieser zahlreichen Möglichkeiten wir verwirklichen möchten und welche nicht?


Dr. Manuela Lenzen ist freie Wissenschaftsjournalistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld.


Mittwoch, 24. Februar 2016, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Peter Singers rationale Ethik: Voraussetzungen, Reichweite und Grenzen. Immer noch eine Provokation?

Vortrag von Kevin M. Dear

Universität Paderborn


Kevin M. Dear, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Praktische Philosophie, beschäftigt sich in einem Schwerpunkt seiner Arbeit mit Allgemeiner und Angewandter Ethik.


In einer Reihe von Publikationen und Vorträgen hat er in der Vergangenheit bereits verschiedene ethische Probleme beleuchtet. Einen Interessenschwerpunkt stellt der „Präferenzutilitarismus“ des Tierrechtlers Peter Singer dar, der vielfach Ausgangspunkt für Missverständnisse zu sein scheint.


Mittwoch, 9. September 2015, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Wer ist verrückt? – Zum philosophischen Problem des „Wahnsinns“

Vortrag von Dr. Caroline Heinrich
Juniorprofessorin für Didaktik der Philosophie und praktischen Philosophie an der Universität Paderborn


Ihre Dissertation Grundriss zu einer Philosophie der Opfer der Geschichte erschien 2004. Ihre Erfahrungen in der Lehrerausbildung reflektierte sie in Form eines philosophischen Traktats: „Was denkt ein New Yorker, wenn er in einen Hamburger beißt?“ Mikrophänomenologie der Macht am Beispiel des Referendariats erschien 2011.


Die Frage, wer verrückt ist und wer nicht, ist in der Philosophie unterschiedlich beantwortet worden. Ausgehend von einer wahren Begebenheit beleuchtete der Vortrag das philosophische Problem, von „Wahnsinn“ zu sprechen, und konfrontierte es mit Foucaults Studien zur Geschichte des Wahnsinns sowie Baudrillards These von der gesellschaftlichen Normalisierung des Wahnsinns.


Im Zuge dieser Auseinandersetzung sollte deutlich gemacht werden, dass nicht die theoretische Differenz zwischen Vernunft und Wahnsinn das zentrale Problem ist, sondern die Idee, diese Differenz aufheben zu können, sie einseitig bewerten zu müssen oder sie in eine gesellschaftlich-praktische umzudeuten.


Mittwoch, 10. Juni 2015, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Artgerecht ist nur die Freiheit - Perspektiven einer modernen Tierethik?

Vortrag von Hilal Sezgin


Viele Menschen assoziieren Negatives und moralisch Zweifelhaftes mit dem Stichwort Massentierhaltung. Meistens allerdings wird dabei insgeheim davon ausgegangen, dass es eine bessere Tierhaltung gäbe, die fair gegenüber den Tieren wäre, die das Tierwohl umfassend berücksichtigen würde und die Fleischessen moralisch vertretbar werden ließe. Hilal Sezgin hingegen meint, dass eine Ethik, die den Gedanken des Wohls der Tiere konsequent zu Ende denkt, darauf hinausläuft, dass wir keine Tiere mehr gewaltsam töten, nutzen und dazu ihrer Freiheit berauben. Im Zentrum einer solchen Ethik steht das Tier als Individuum mit Empfindungen und Bedürfnissen, die wir ernst nehmen und mit unseren Interessen abwägen müssen.


Mittwoch, 18. März 2015, 18.30 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen- Lippe




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Hannah Arendt: Nachdenken über das Böse

Vortrag von Dr. Ingeborg Gleichauf


Noch in "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" spricht Hannah Arendt vom "absolut Bösen".


Der Prozess gegen Adolf Eichmann, den sie als Beobachterin des "New Yorker" begleitet, belehrt sie eines Besseren. Ein neues Nachdenken über den Charakter des Bösen setzt ein, sie prägt den Begriff der „Banalität des Bösen“.


Die Einsichten, die Arendt im Buch "Eichmann in Jerusalem" niederschreibt, haben ihre späte Philosophie entscheidend geprägt.


Denken und Handeln, Pluralität, das Urteilen, das Zwei-in-Einem sind zentrale Begriffe, deren Zusammenhang und Genese aus Arendts Denken des Bösen Dr. Ingeborg Gleichauf in ihrem Vortrag darstellen und erläutern wird.


Donnerstag, 20. November 2014, 19.00 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe




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Was haben Tiere mit unserem Selbstverständnis und unserem Glauben zu tun?

Vortrag von Dr. Rainer Hagencord

Institut für Theologische Zoologie in Münster


"Mit zunehmender Erkenntnis werden die Tiere den Menschen immer näher sein. Wenn sie dann wieder so nahe sind wie in den ältesten Mythen, wird es kaum mehr Tiere geben." So schreibt der Literaturnobelpreisträger Elias Canetti.


Die Verhaltens- und Evolutionsbiologie überrascht mit immer mehr Hinweisen darauf, dass uns von den Tieren kein tiefer Graben trennt. Gefühle, Bewusstsein, die Fähigkeit zu lernen und zu lehren sind Fähigkeiten, die nicht vom Himmel gefallen sind. Andererseits ist die auch in biblischen Erzählungen verankerte Würdigung unserer Mitgeschöpfe verloren gegangen.


Dies kann ein Grund dafür sein, dass die Tiere verschwinden - diejenigen in den atemberaubenden Lebensräumen unserer Welt: Wenn der Trend anhält, werden schon in 10 Jahren etwa ein Drittel aller Tierarten ausgerottet sein. Es verschwinden allerdings auch die anderen, obwohl ihre Zahl ständig zunimmt - die Puten, Hühner, Schweine und Rinder fristen in immer größeren Tierfabriken ihr Dasein und werden nicht mehr als Geschöpfe wahrgenommen.


Dr. Hagencord betrachtet das Tier als Herausforderung für die (christliche) Anthropologie und bringt Argumente für einen Perspektivwechsel vor. Welche Rolle spielen die Tiere in den drei zentralen Fragen: An welchen Gott wollen wir glauben? Wie verstehen wir uns selbst? Wie wollen wir leben? Die Theologische Zoologie geht diesen Fragen nach und zwar mit dem Blick auf unsere Mitgeschöpfe und nicht in der Abwendung von ihnen.


Dienstag, 30. September 2014, 20.00 Uhr
in der Alten Aula des Gymnasiums Leopoldinum




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Was den Menschen böse macht... Diskussion


Aufgrund zahlreicher Nachfragen haben wir die Besucher des Vortrags von Herrn Drewermann vom 2. Juni im Leopoldinum zur nachbereitenden und vertiefenden Diskussion eingeladen.


Das Treffen fand am Dienstag, 17. Juni 2014 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Detmold-West, Martin-Luther-Str. 39, 32756 Detmold statt. Wir bedanken uns bei Pfarrerin Martina Wehrmann für die Einladung und die gelungene Moderation.





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Was den Menschen böse macht...
Vortrag von Eugen Drewermann


Von diesem Vortrag wurde eine Audioaufzeichnung angefertigt, die Sie beim Christlichen Audiodienst erwerben können.


(Wenn Sie am Abend des Vortrags eine CD gekauft haben und Ihnen die Aufnahme zu leise ist, können Sie sich eine Ersatz-CD mit angehobener Lautstärke zuschicken lassen. Besuchen Sie auch in diesem Fall den oben angegebenen Link.)


Es ging in diesem Vortrag darum, eine Verbindung zwischen Philosophie und Theologie, zwischen dem moralischen Optimismus der abendländischen Ethik und der christlichen Lehre von der Erbsünde herzustellen. Philosophisch gilt der Mensch als frei – christlich als erlösungsbedürftig und unfrei.


Das Problem des Bösen stellt sich allen. Wie soll es bewertet werden, wie können wir es in den Griff bekommen? Wie sieht Bestrafen nach Maßgabe der Gerechtigkeit aus? Können selbst die schlimmsten Missetaten als Folgen mangelnder Identität vor dem Hintergrund von Angst und Verzweiflung verstanden werden?


Fragen, die in jeder Gesellschaft und für jeden Einzelnen von Bedeutung sind.


Montag, 2. Juni 2014, 19 Uhr

in der Alten Aula des Gymnasiums Leopoldinum





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Macht gibt Weisheit? Die Geschichte der Philosophinnen und das Ideal der Philosophie: Eine Bestandsaufnahme

Vortrag von Prof. Dr. Ruth Hagengruber, Professorin für Philosophie an der Universität Paderborn


Wer kennt nicht Hannah Arendt und Simone de Beauvoir, zwei ausgezeichnete philosophische Denkerinnen des 20. Jahrhunderts? Diese, so Hagengrubers These, sind trotz einer fast frauenlosen Philosophiegeschichte „‚nicht vom Himmel gefallen‘, und ihre erstaunliche Denkkraft ist nicht wie eine dea ex machina aus dem Nichts hervorgetreten“. Die Philosophinnen von heute stehen vielmehr in einer langen Tradition. In ihrem Vortrag spürte Frau Hagengruber die Denkwelten von Philosophinnen ab der Antike bis in die Neuzeit auf und legte ihre hervorragende Bedeutung dar, eingebettet in die wechselvolle Geschichte des philosophischen Nachdenkens über „Probleme des Verhältnisses von Wissen und Wirklichkeit, von Wahrheit und ihrer Darstellung in unserer Wirklichkeit“. Dabei ging sie gleichzeitig der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass Frauen in der kanonisierten Philosophiegeschichte vor dem 20. Jahrhundert keinen Namen und keinen Ort gefunden haben.


2006 gründete Frau Professor Ruth Hagengruber an der Universität Paderborn den Lehr- und Forschungsbereich „History of Women Philosophers“, dessen Ziel es ist, die Geschichte der Philosophinnen aufzuarbeiten, ihre Beiträge für die Entwicklung der philosophischen Theoriebildung zu analysieren und ihre Werke in den philosophiegeschichtlichen Kanon zu integrieren.


Donnerstag, 6. März 2014, 19 Uhr

im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe





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Wem gehören die Daten? Zur Geschichte der Recherche in staatlichen Unterlagen und Archiven im 19. Jahrhundert.

Vortrag von Dr. Philipp Müller, Georg-August-Universität Göttingen


Daten werden hergestellt und zerstört, beschlagnahmt und gefälscht, gestohlen und vervielfältigt und zuletzt auch vergessen. Während wir uns der politischen Sensibilität von Daten und ihren nicht immer einsichtigen Formen der Generierung und Zirkulation bewusst sind, ist es weitaus weniger bekannt, dass die uns heute geläufige Form der historischen Recherche in staatlichen Archiven im 19. Jahrhundert nicht weniger politisch sensibel war. Staatliche Archive waren integraler Bestandteil der regierungspolitischen Arkansphäre und eine "historische Archivbenützung" wurde aus diesem Grund mit administrativer Vorsicht gehandhabt. Der Vortrag stellte Ergebnisse einer umfassenden Studie zu einer wissens- und wissenschaftsgeschichtlichen Studie über die Archivrecherche im 19. Jahrhundert vor und argumentierte, dass vor dem Hintergrund fortwährender rechtspolitischer Funktionen der staatlichen Archive das historische Studium von Akten und Urkunden einer intensiven Kontrolle unterlag. Trotz der regierungspolitischen Überwachung von Zugriff und Lektüre von Geschichtsforschern war eine auf Archivmaterialen basierende Geschichte politisch wie auch wissenschaftlich von Interesse. Der Vortrag verfolgte daher anhand der Analyse ausgewählter Beispiele die Frage, was denn auf dem Spiel stand - für die Regierung wie auch für die Geschichtsforscher - und stellte die These auf, dass Historiker sich im Rückgriff auf das Archiv nicht allein neue Informationen aneigneten sondern dass sie sich insbesondere einen, den Archivalien anhaftenden rechtlichen Wahrheitsbegriff zu eigen machten. Anders gesagt: indem sie im Zuge des Archivstudiums ihre historischen Darstellungen mit Nachweisen auszustatten vermochten, wurden ihre Geschichten wahrer - als andere.


Donnerstag, 28. November 2013, 19:30 Uhr

im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe





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Dem Leben Sinn geben. Von der Lebenskunst im Umgang mit Anderen und der Welt.

Vortrag und Buchvorstellung von Prof. Dr. Wilhelm Schmid


Wilhelm Schmid ist einer der erfolgreichsten philosophischen Publizisten in Deutschland. Seine Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bekannt wurde er mit seinen populären wie auch wissenschaftlichen Arbeiten zu den Themen Glück, Sinn, Lebenskunst, Liebe und Selbstfreundschaft.


In seinem neuen Buch beleuchtet er vielfältige Liebesmöglichkeiten und ihr Sinnpotenzial: Die Liebe zu Freunden und zu Gott, zur Natur, zu Tieren und zu Ideen zu Kunst/Kultur und Geld, zu Heimat, Leben und Tod. Deutlich wird, wie vielfältig und abgründig Sinn sein kann.


Wer sich fragt, was Sinn ist und was sich im eigenen Leben dafür tun lässt oder auch nur einen Schwerpunkt zeitgenössischer Philosophie kennen lernen will, findet hier eine Fülle von Anregungen.


Mittwoch, 16. Oktober 2013, 19 Uhr

in der Neuen Aula des Gymnasiums Leopoldinum





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Sinngebung und Gesundheit
Vortrag von Dr. med. Rolf Reiner Kiltz


Sinngebung des eigenen Lebens hat eine existentielle Dimension und kann als anthropologische Größe beschrieben werden.


Psychotherapeutisch betrachtet führt verloren gegangener oder nie gefundener Sinn zu erheblichen seelischen Beeinträchtigungen. Anders ausgedrückt: Einen persönlichen und tragfähigen Sinn im eigenen Leben gefunden zu haben, ist grundlegend für Gesundheit überhaupt.


In diesem Vortrag wurden Vertreter verschiedener Psychotherapie-Schulrichtungen zitiert, die der Sinnfindung eine zentrale Rolle zuerkannt haben. Außerdem kamen Denkrichtungen zur Sprache, die außerhalb des westlichen Kulturkreises Wesentliches zur Sinnorientierung beigetragen haben.


Dienstag, 25. Juni 2013, 19 Uhr

im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe





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Das Dialogische Prinzip als Quelle für Sinnprüfung und Selbstbesinnung

Vortrag von Prof. Dr. Cornelia Muth, Erziehungswissenschaft und Sozialphilosophie, FH Bielefeld


Der Dialogphilosoph Martin Buber (*1878, † 1965) betrachtet menschliche Existenz als gegenwärtiges Antworten auf die je einzigartige Situation.


„Was uns widerfährt, ist, auch wenn es uns ans Mark greift, nicht das Entscheidende; das Entscheidende ist, wie wir uns dazu verhalten – was wir daraus machen, was es aus uns macht". (Martin Buber)


Infolgedessen geht es im Dialogischen Prinzip immer wieder um das gegenwärtige Entscheiden im Angesicht von persönlichen Krisen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen.


Wie das genauer zu verstehen ist, erkundete Frau Prof. Dr. Cornelia Muth gemeinsam mit ihren Zuhörern.


Mittwoch, 15. Mai 2013, 19 Uhr

im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe





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Sinn-orientierte Psychotherapie und Viktor E. Frankl als ihr Pionier
Vortrag von Dr. med. Rolf Reiner Kiltz


"Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie."
(Fr. Nietzsche: Menschliches Allzumenschliches I, in der Forumlierung Viktor E. Frankls)


Den eminent hohen Stellenwert der gelingenden individuellen Sinnfindung z.B. für das Überleben überhaupt hat Frankl im KZ buchstäblich am eigenen Leibe erfahren. Auf der Basis dieser "Feuerprobe" hat er eine Psychotherapie geschaffen, die er Logotherapie (Therapie vom Geistigen her, vom Sinn her) nannte. Sie hat sich auch bei spezifischen Störungen des modernen Menschen bewährt, und für ihre Bedeutung für seelische wie körperliche Gesundheit gibt es inzwischen eine Fülle empirischer Belege.


Im Vortrag wurden anhand von Beispielen unterschiedliche Aspekte lebendig - aus Frankls Leben, Wesentliches zu seinem Menschenbild, zu seinem Behandlungsansatz und auch zum Bezug des Vortragenden zu ihm.


"Der Sinn kann nicht gegeben, wohl aber gefunden werden." (Viktor E. Frankl)


Montag, 18. März 2013, 19 Uhr
im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe




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